Elektrosmog
"Elektrosmog" – ein typisch neuzeitlicher Begriff
der das zwiespältige Verhalten und das „nebulöse, ungute Gefühl" gegenüber dem Phänomen Elektrizität und den elektrischen Störfeldern charakterisiert. Viele Menschen fühlen sich verunsichert. Es entsteht Angst – Angst vor etwas, das man nicht kennt, das man nicht sieht, nicht hört, nicht riecht.
  • Macht „Elektrosmog" oder nichtionisierende Strahlung krank ?
  • Wenn ja – wie viel von dieser Strahlung ist schädlich ?
  • Wie kann man sich vor dieser Strahlung schützen?
  • Oder sind die Dosen möglicher Beeinflussungen für den Menschen und seine Mitwelt so gering, dass kein Risiko besteht ?
  • Wer sagt - wer bestimmt, was verträglich - was schädlich ist ?
  • Wie und was soll gemessen werden?
  • Wer misst ?
  • Wer legt die Messrichtlinien fest?

Wir von der EMV - Fachgruppe Schweiz haben uns die Aufgabe gestellt, diese Fragen offen und ehrlich zu beantworten, klare Aussagen zu diesem Thema zu machen auf einer neutralen, ethischen Ebene und die entsprechenden Forschungen und weitere Untersuchungen zu diesem Thema voranzutreiben.

Allgegenwärtige Elektrizität
Im Haushalt und an der Arbeit, beim Fernsehen oder Radio hören: Strom erleichtert unseren Alltag. Doch mit der Elektrizität umgeben wir uns auch mit unsichtbaren, elektrischen und magnetischen Feldern, die auf Mensch und Tier einwirken. Ob diese Felder unsere Gesundheit gefährden, ist wissenschaftlich noch nicht abschliessend geklärt. Sie lassen sich in den eigenen vier Wänden jedoch meist vorbeugend mit ein paar einfachen Massnahmen vermindern.
Diese elektrischen und magnetischen Felder, die von allen elektrischen Leitungen und Geräten ausgehen, nennt man «Elektrosmog». Dazu zählen auch die elektromagnetischen Funk-, Radio- und Mikrowellen. Im Gegensatz zum eigentlichen Smog, der Luftverschmutzung nämlich, schweben aber keine chemischen Teilchen in der Luft, sondern es handelt sich um physikalische Kraftfelder. Elektromagnetische Felder sind wissenschaftlich gut untersuchte Erscheinungen und nicht zu verwechseln mit Erdstrahlen oder Wasseradern

 

Elektrofelder, Magnetfelder und Elektromagnetfelder

Unter „Elektrosmog“ versteht man Beeinflussungen durch niederfrequente Elektrofelder (E-Felder, elektrische Wechselfelder) und Magnetfelder (B-Felder, magnetische Wechselfelder) sowie hochfrequente Elektromagnetfelder. Alle diese Felder werden verursacht durch elektrische Leitungen, Geräten und Apparaturen, elektrische Einrichtungen und diverse Hochfrequenz-Sendeanlagen.

Niederfrequente Anwendungen sind uns vor allen durch den alltäglichen Gebrauch von Elektroeinrichtungen bekannt (Licht, kochen, bügeln, rasieren, Musik hören, Arbeiten in Büro, Gewerbe und Industrie). Für unsere Tätigkeiten verwenden wir also meist den uns bekannten Wechselstrom „aus der Steckdose“. Dieser Wechselstrom - er wechselt seine Grösse und Richtung (Polarität) pro Sekunde 50 mal - hat also eine „niedere Frequenz“ (Schwingung) von 50 Hz. Auch der Strom auf den Übertragungsleitungen für elektrischen Strom aus Elektrizitätswerken (50 Hz) und bei der Bahn (16 2/3 Hz) oder in der Flugzeugtechnik (400 Hz) ist niederfrequent.

Frequenzschwingung

 

Hochfrequente Anwendungen kennen wir vor allem aus dem Bereich von Radio- und TV-Sendern, den neuen Sendeanlagen für Mobilfunk und -Telefonie (z.B. 900 MHz = 900'000’000 Hz oder 1800 MHz), sowie beim Kochen mit dem Mikrowellenherd (2'450 MHz). Die von hochfrequenten Einrichtungen abgestrahlten Feld-Immissionen unterscheiden sich in der Art der Beeinflussung und Wirkung deutlich von niederfrequenten Feldern.
 

Niederfrequente Elektro-Felder

Leitungen und Kabel Die niederfrequenten E - Felder gehen von Leitungen und Kabel aus. Jede elektrische Leitung (egal ob Installations- oder Verlängerungskabel, ob Bodenkabel oder Freileitung) strahlt elektrische Felder ab, sobald eine Spannung anliegt. Im Haushalt und am Arbeitsplatz sind dies vorwiegend Niederspannungen (230 / 380 V). Im Freien gebaute Hochspannungs-Leitungen weisen eine Spannung im Kilovoltbereich auf (z.B. 220 / 380 kV).
 

ELEKTRO – FELD
strahlt „sternförmig“ ab,sobald Spannung
anliegt, auch wenn kein Strom fliesst!

 

Elektrofeld
Die Elektrofelder umgeben elektrische Leitungen (bildlich gesprochen: sternförmig) und lassen sich mit natürlichen (z.B. Bäume, Sträucher), baulichen (leitfähige Gebäudehüllen) oder technischen Massnahmen (abgeschirmte Kabel) gut abschirmen und gegen Erde ableiten.

E-Felder werden in V/m (Volt pro Meter) oder in kV/m (kiloVolt pro Meter) gemessen.

 

Niederfrequente Magnetfelder

Freileitung Niederfrequente Magnet - Felder entstehen vor allem bei Elektrogeräten, bei „motorischen“ Verbrauchern, Induktionskochherden, Transformatoren, bei hohen Stromanwendungen, bei Freileitungen und Bahnen - aber nur dann, wenn auch wirklich Strom fliesst. Ist ein Gerät oder eine Leitung sogenannt „ausgeschalten“, fliesst zwar kein Strom mehr - aber es kann noch Spannung anliegen. Es können somit keine Magnetfelder, aber noch immer E - Felder gemessen werden.

MAGNET-FELD
strahlt „kreis-rund“ ab,
 aber nur dann, wenn
 wirklich Strom fliesst!

Magnetfeld
Magnetfelder entstehen nur, wenn Strom fliesst. Magnetfelder strahlen kreisförmig von der Ursache ab und durchdringen fast ungehindert alle Baumaterialien, aber auch biologische Körper. Magnetfelder können grundsätzlich nicht geschirmt werden (abgesehen von einigen, sehr kostenintensiven technischen Umleitungsmöglichkeiten).

Magnetfelder werden in nT (nano Tesla) oder in µT (mikro Tesla – millionstel Tesla) gemessen

 

Hochfrequente Elektromagnetfelder

Mobilfunk Hochfrequente (nichtionisierende) Elektromagnetfelder entstehen bei Anwendungen von Frequenzen zwischen 100 kHz bis ca. 300 GHz. Bekannte Anwendungen sind: Radio/TV – Sender; Funk- oder Mobiltelefonie-Sendeanlagen; Radaranlagen; Hochfrequenz - Schweissanlagen in der Verpackungs – Industrie; Fernseh- und EDV-Monitore mit Bildröhrentechnik; Mikrowellenöfen; Alarmanlagen; drahtlose Babyrufanlagen, Diebstahlsicherungen, Kopfhörer oder Lautsprecherboxen, Schnurlos-Telefone im Haushalt; Mobiltelefone (Handys) etc..
Hochfrequente Elektromagnetfelder entstehen, wenn ein „Sender“ in Betrieb ist. Betrachten wir die Mobiltelefon-Sendeanlagen: diese strahlen pro Antenne in einer definierten Richtung.
Immissionen treten hauptsächlich im gerichteten Srahlungsfeld auf. Seitlich oder in genügender horizontaler Distanz sind in der Regel die Feld-Immissionen um ein vielfaches schwächer.
Hochfrequente Felder können geschirmt werden.
Bei HF-Elektromagnetfeldern werden in der Regel die Feldstärke in V/m (Volt pro Meter) oder die Leistungsdichte in W/m2 (Watt pro m2) gemessen.
 
Hochfrequentes ELEKTROMAGNET - FELD
strahlt z.B. bei Mobiltelefon –Antennen (Basisstationen) gepulst.

Abstrahlungsbereich
Die ersten 100 m innerhalb des Abstrahlungsbereiches sollten speziell begutachtet werden.
Während bei niederfrequenten Felder die Elektro- und die Magnetfelder immer getrennt auftreten und auch entspechend getrennt (einzel) gemessen werden müssen, ist dies bei den hochfrequenten Feld-Immissionen anders: Elektrofelder und Magnetfelder sind miteinander gekoppelt und werden in der Schweiz in der Regel in V/m gemessen (Feldstärke in Volt pro Meter).