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Was tun?
Mit folgenden Massnahmen kann man den hausgemachten «Elektrosmog» soweit
verringern, dass eine Gesundheitsgefahr nach menschlichem Ermessen
ausgeschlossen ist.
Fachleute empfehlen generell, Elektroinstallationen auf das Nötige zu
beschränken, auf reichliche Abstände zwischen Geräten und bevorzugten
Aufenthaltsorten zu achten und – wo und wann immer möglich – Geräte
auszuschalten (kein Standby-Betrieb) und Kabel ausstecken.
Wer trotz der nachstehenden, vorbeugenden Massnahmen das Gefühl hat,
unter elektrischen Störfeldern zu leiden, sollte seine Befürchtungen
ernst nehmen. Man sollte sich aber zuerst einmal fragen, ob es nicht
auch näherliegende Gründe für das Unwohlsein geben könnte, etwa
schlechte Raumluft, flimmernde Beleuchtung, Verkehrslärm oder Stress. Um
mögliche medizinische Ursachen kennen zu lernen, sollte ein Arzt oder
eine Ärztin konsultiert werden.
Bleibt der Verdacht bestehen, kann man sich an das Info-Center der
EMV-Fachgruppe wenden für eine Beratung. Sie vermitteln kompetente Fachleute
mit elektrobiologischen Kenntnissen, die weiterhelfen und Messungen
vornehmen.
«Elektrosmog» aus dem Schlafzimmer
verbannen
Das Schlafzimmer verdient besondere Beachtung. Hier halten wir uns
länger auf als an den meisten anderen Orten. Hier wollen wir uns erholen
und keinen unerwünschten Einflüssen ausgesetzt sein.
- Keine Radiowecker und HiFi-Anlagen
in unmittelbarer Kopfnähe! Mindestabstand von einem Meter wahren.
- Keine Verlängerungskabel unter dem
Bett.
- Babyphone ebenfalls wenigstens
einen Meter vom Baby entfernt aufstellen.
- Heizkissen nachts ausstecken.
Heizdecken und Heizkissen können vergleichsweise hohe Felder
verursachen. Je nach Modell bleibt das elektrische Feld auch nach
dem Ausschalten bestehen.
- Wasserbetten nachts aus stecken.
Wasserbetten werden oft während der ganzen Nacht beheizt. Die
Belastung mit Feldern kann so besonders hoch werden. (allerdings
gibt es einige wenige Modelle, die im ausgeschalteten Zustand
weitgehend feldfrei sind).
- Elektrogeräte wie Computer,
Fernseher usw. mindestens zwei Meter vom Bett entfernt aufstellen
und nachts ganz ausschalten. Dies gilt auch für Geräte in
benachbarten Zimmern, denn Magnetfelder durch dringen Wände
ungehindert.
- Betten nicht in die Nähe von
(unsichtbaren) Steigleitungen oder Elektro-Tableaus und
Sicherungskästen stellen.
- Elektroheizungen sind aus
ökologischen Gründen zumeist nicht empfehlenswert. In Wohnräumen
verursachen sie zudem vergleichsweise hohe Magnetfelder. Deshalb
Betten möglichst weit von Nachtspeicheröfen und deren Zuleitungen
wegrücken.
- Elektrische Fussbodenheizung im
Schlafzimmer nachts ausschalten.
Die sogenannten «Netzfreischalter»
trennen nachfolgende Installationen vom Netz, wenn kein Strom gebraucht
wird. Damit verschwinden auch die bei ausgeschalteten Geräten
verbleibenden elektrischen Felder. Der Einbau ist mit Kosten von einigen
hundert Franken verbunden. Ein Netzfreischalter empfiehlt sich
allenfalls dann, wenn fachkundige Messungen der elektrischen Felder
erhöhte Werte ergeben. Diese Geräte funktionieren jedoch nur, wenn keine
Dauerverbraucher wie Radiowecker angeschlossen sind und keine
Elektroapparate auf Standby (Bereitschaft) stehen. Der Schaltzustand
(ein- oder ausgeschaltet?) des Netzfreischalters muss mit einer
steckbaren Kontrollleuchte (wird mitgeliefert) im Raum überwacht werden
können.

Beleuchtung optimieren
- Glühlampen erzeugen die geringsten
elektrischen und magnetischen Felder von allen Beleuchtungen. Sie
sind wegen ihres grösseren Stromverbrauchs und ihrer kürzeren
Lebensdauer jedoch weniger ökologisch als Energiesparlampen.
- Energiesparlampen verursachen
stärkere Felder als Glühlampen. Diese Felder sind aber im Abstand
von 50 Zentimeter weitgehend abgeklungen. Von lichtstarken
Leuchtstoffröhren sollte ein Abstand von einem Meter eingehalten
werden. Metallische Gehäuse und Blendraster an den Lampen, die
fachrichtig abgeerdet sind, verringern das elektrische Feld.
- Niedervolt-Halogenlampen-Systeme,
die ebenfalls mehr Strom verbrauchen als Energiesparlampen, erzeugen
die stärksten Magnetfelder aller Beleuchtungen. Es empfiehlt sich,
Transformatoren und Drähte mindestens zwei Meter entfernt von Orten
zu installieren, wo man sich oft aufhält. Elektromagnetische Felder
im Haushalt vermindern
- Geräte mit Elektromotoren wie Fön,
Mixer, Staubsauger erzeugen in ihrer unmittelbaren Nähe starke
Magnetfelder. Auch Induktionskochherde können hohe Feldstärken
erreichen. Deshalb: Geräte nicht länger als nötig einschalten.
- Sich nicht direkt neben oder
hinter eingeschalteten Bildschirme setzen. Bildschirme können starke
Felder hervorrufen. Verwenden Sie Bildschirme nach strahlungsarmen
Normen (TCO/MPR) oder Flachbildschirme. Halten Sie eine minimale
Distanz von 0,6 bis 0,8 m ein.
- Damit Verlängerungskabel und
eingesteckte Geräte strom- und spannungsfrei werden, kann ein
Schalter direkt nach dem Stecker oder in die Steckdose integriert
werden. Installationen am Stromnetz dürfen nur Fachleute vornehmen.
- Verwenden Sie nach Möglichkeit
abgeschirmte Kabel. Diese müssen von einer Elektrofachperson
fachgerecht an Erdpotenzial abgeerdet werden, (dies darf aber nur
einseitig an einem Ende des Kabels geschehen).
- Verlängerungs- und Anschlusskabel
auf Gebrauchslänge kürzen. Kabel nicht zu einem Ring aufrollen:
aufgerollte Kabel erzeugen punktuell starke elektrische Felder und
erhöhte Magnetfelder. Hochspannungs- und Bahnleitungen
- Beträgt der Abstand zu einer
20-Kilovolt-Leitung mehr als 50 Meter, zu einer 110-Kilovolt-Leitung
mehr als 100 Meter und zu einer 220-Kilovolt-Leitung mehr als 200
Meter, können in der Regel keine erhöhten Feldstärken mehr gemessen
werden. Die von den Fahrleitungen der Bahn ausgehenden Magnetfelder
sind in der Regel nach 50 Metern abgeklungen. Gleichstromleitungen,
z.B. für Trams und Trolleybusse, verursachen nur geringe Felder.
- Liegt eine Wohnung näher als die
oben erwähnten Distanzen, kann nur eine Messung über die effektiven
Feldstärken Aufschluss geben. Ob ein allfällig erhöhter Messwert ein
gesundheitliches Risiko darstellt, wird jedoch weder sicher
ausgeschlossen noch bestätigt werden können.

Sendeanlagen
- Hochfrequente elektromagnetische
Strahlung wird für die drahtlose Nachrichtenübermittlung eingesetzt.
Bekannte Anwendungen sind: Radio/TV-Sender, Funk- oder
Mobiltelefonie-Sendeanlagen, Radaranlagen,
Hochfrequenz-Schweissanlagen in der Verpackungsindustrie,
Mikrowellenöfen, Alarmanlagen, drahtlose Babyrufanlagen,
Diebstahlsicherungen, drahtlose Funksysteme für Kopfhörer oder
Lautsprecherboxen, Schnurlos-Telefone im Haushalt, Handys (Natels)
usw.
- Die Intensität der verschiedenen
Sendeanlagen ist sehr unterschiedlich. Mit der
NIS-Verordnung wurden
verbindliche Immissions- und Anlagegrenzwerte festgelegt. In der
Regel werden die vorsorglichen Anlagegrenzwerte an Orten mit
empfindlicher Nutzung (in Wohnräumen, Schulen, usw.) eingehalten.
Starke, hochfrequente elektromagnetische Einstrahlungen können mit
bestimmten Bauweisen, wie Metallfassaden, bedampfte oder
beschichtete Isolationen und Fenster, Abschirmungen usw. stark
vermindert werden.
- In der Nähe von Mobilfunkantennen
(ca. 100 m Umfeld) können qualifizierte HF-Messungen (gemäss
Messempfehlung des BUWAL
und METAS) Aufschluss über mögliche Immissionen
geben.

Mobiltelefone
Über die gesundheitlichen Auswirkungen von Mobiltelefonen ist wenig
bekannt. Fachleute gehen davon aus, dass moderne Geräte mit maximal
einem Watt Sendeleistung keine Gefahr darstellen sollten. Wer auf Nummer
Sicher gehen möchte, hält sich an nachfolgende Empfehlungen:
- Halten Sie sich beim Telefonieren
mit Mobiltelefonen kurz. (Sie vermindern Strahlung und halten die
Telefonkosten tief
- Telefonieren Sie nur an Orten mit
gutem Empfang (ausserhalb von umbauten Räumen). Bei schlechtem
Empfang regelt Ihr Handy die Sendeleistung hoch und Sie erhalten
mehr Strahlung an Ihren Kopf.
- Verwenden Sie beim Telefonieren
mit Mobiltelefonen Freisprecheinrichtungen und achten Sie generell
auf strahlungsarme Modelle! Achtung: Für Handys gibt es keine
Vorsorgegrenzwerte. Verlangen Sie vom Verkäufer die Angabe der
SAR-Werte (spezifische Absorptionsrate) und den Strahlungsfaktor
(Verhältnis SAR-Wert zur maximalen Sendeleistung).
- Haben Sie noch keine
Freisprecheinrichtung, halten Sie Ihr Handy nicht an Ihr Ohr
gepresst – halten Sie es locker, ein wenig vom Ohr weg, umfassen Sie
Ihr Handy (und vor allem Ihre Antenne!) nicht mit den Fingern: die
eingebaute Antenne soll möglichst frei abstrahlen können
(andernfalls erhöht sich die Sendeleistung).
- Telefonieren Sie nicht in
öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn, Bus, Tram). Die Empfangsqualität
ist schlecht, Ihr Handy bucht sich immer in verschiedene Funkzellen
ein und braucht dadurch mehr Sendeleistung.
- Transportieren Sie Ihr Handy nicht
dauernd am Körper (keinesfalls in Hemden- oder Jackenbrusttaschen,
auch nicht in Hosensäcken). Durch den Wechsel in verschiedene
Funkzellen sendet Ihr Handy kurzzeitig mit maximaler Leistung, um
die jeweilige neue Mobilfunkantenne (eben die neue Funkzelle) zu
finden.
- Vorsicht mit Abschirmplättchen und
dergleichen: Im besten Fall bewirkt es nichts, im ungünstigen Fall
absorbiert es einen Anteil Strahlung, dadurch regelt Ihr Handy
automatisch die Sendeleistung auf das Maximum hoch.
- Telefonieren Sie in Fahrzeugen nur
mit Freisprecheinrichtung und Aussenantenne. (Verwenden Sie echte
Aussenantennen auf dem Dach oder Kofferraum – keine
Fensterklebantennen.) ...und dann denken Sie daran: Ein Mobiltelefon
(Handy) strahlt in der Regel bedeutend höhere Felder auf den Kopf
des Telefonierenden ab als eine nahegelegene Mobilfunkantenne!

Schnurlostelefone
Schnurlose Haustelefone erzeugen
aufgrund ihrer geringen Leistung auch weniger Strahlung. Analoge
Funktelefone (eher ältere und einfachere Modelle) sind modernen
DECT-Telefonen (mit gepulster Hochfrequenzstrahlung) vorzuziehen.
Benutzen Sie jedoch nach Möglichkeit sogenannte Festnetz-Telefone, die
noch an einer Telefonsteckdose angeschlossen sind.
Hinweis zu Abschirmvorrichtungen des
freien Marktes
Seien Sie sehr kritisch und vorsichtig
bei der Anwendung von sogenannten «Abschirmvorrichtungen» (wie Decken
und Matten, Vorhänge, Stoffe, Tapeten, Anstriche, Wandkonstruktionen mit
eingebauten Abschirmungen, Schirmmaterialien, Erdungsmassnahmen,
Strahlungsblockern, Aufklebern, Anhänger, elektronische
Strahlenschutzgeräte, Kompensationen, etc.).
Klarheit ob diese Vorrichtungen elektrische, magnetische und
elektromagnetische Felder verringern bringen nur die Messungen (mit
kalibrierten Messgeräten) in den entsprechenden Bereichen.
Wenden Sie sich
vertrauensvoll an Fachleute der
EMV-Fachgruppe.
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